Die Gründerjahre

1948 bis 1950

Im Herbst 1948 gründeten Kölner Goldschmiedelehrlinge zusammen mit ihrem Gewerbelehrer und Goldschmiedemeister Hubert Kausen den „Ring der Jung-Goldschmiede“. Man wollte in lockerer Runde über Berufliches reden, doch schon bald bot sich der Karneval als geselliger Rahmen an.

Bereits am 18.2.1949 fand als erste Karnevalsveranstaltung die „1. Sitzung mit Damen“ statt, unter dem Namen „Fest in Gold“. 200 Gäste feierten im Restaurant Wipperfürth in Köln-Nippes. Sitzungpräsidenten waren Theo Gohr und Alois Wortmann.

Der große Erfolg machte ein Jahr später, am 10.2.1950, schon eine Sitzung im großen Saal der Bürgergesellschaft am Appellhofplatz möglich. Bereits 1950 wurden von Goldschmieden handwerklich besondere Orden und Zeremonialgegenstände gefertigt.

So erhielt Präsident Alois Wortmann eine eigens angefertigte Präsidentenkette. Auch das Dreigestirn erhielt besondere Orden, z.B. Prinz Peter I, Peter Franzen, eine Arbeit aus massivem Silber. Eine Rolle dabei spielte sicherlich, dass die Jungfrau Willi Nasse selbst Goldschmiedemeister war.

Der Ordenswettbewerb

Seit 1951

Sinn und Zweck des Festes in Gold war immer in erster Linie die Nachwuchsförderung des Goldschmiedehandwerks. Der Erlös aus den karnevalistischen Veranstaltungen des Festes in Gold sollte diesem Zweck zu Gute kommen. Finanziert wurden damit etwa die Studienfahrten der jungen Gold- und Silberschmiede. Schon bald überlegte man aber, Karneval und Nachwuchsförderung weitaus direkter miteinander zu verbinden.

Die besonderen handwerklichen Fähigkeiten der Gold- und Silberschmiede in der Metallbearbeitung ließen sich im Karneval besonders bei der Ordensherstellung anwenden. Schon in den Gründerjahren wurden wenige Einzelstücke für besondere Gäste des Festes in Gold angefertigt. Nun sollten gezielt die Lehrlinge angespornt werden, ihre Fähigkeiten durch den Entwurf und die Herstellung eines originellen, einmaligen Ordens zu beweisen.

Im Jahr 1951 kam zur Karnevalssitzung „Fest in Gold“ erstmals ein Ordenswettbewerb hinzu. Nur vierzehn Tage hatten die Teilnehmer Zeit, doch über 40 Arbeiten wurden eingereicht. Prämiert wurden die beste handwerkliche Arbeit und die originellste Idee. In der Jury saßen zunächst vorwiegend Goldschmiedemeister, später kamen auch Freunde und Förderer des Festes in Gold von außen hinzu. Mit diesem Wettbewerb hatte man die optimale Verschmelzung von Nachwuchsförderung und Karneval erreicht. 1952 fand die Verleihung der prämierten Orden erstmals im Börsensaal der Industrie- und Handelskammer statt.

Seither wird dieser Wettbewerb alljährlich ausgerichtet. Bis heute sind weit über 2000 Orden von den Lehrlingen der Gold- und Silberschmiede gefertigt worden. Die Geschichte von Fest in Gold wird im Gäste- und Chronikbuch festgehalten, welches 1954 aus Edelmetallen und –steinen gefertigt wurde. Dieses Buch war gleichzeitig das Meisterstück von Hans Reiferscheid.

Wachstum und Wandel

1951 bis 1982

Der Ordenswettbewerb und das Fest in Gold gewannen zunehmend an Anerkennung. Prominente Gäste stellten sich schon in den Fünfziger Jahren ein, wie Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard 1955. Dies gelang durch die guten Beziehungen des damaligen Präsidenten Alois Wortmann und des Handwerkskammerpräsidenten Bernhard Günther, der selbst Bundestagsabgeordneter war. Nicht nur bei den prominenten Ehrengästen waren die Orden des Festes in Gold begehrte Schmuckstücke. Auch die Künstler, die bei der Fest in Gold Sitzung auftraten, wurden mit einem solchen Orden ausgezeichnet. Im Jahre 1957 wurde aus dem Ring der Junggoldschmiede der Verein Fest in Gold. Als erster Präsident amtierte Alois Wortmann.

Der Erfolg der Veranstaltung bewirkte, dass 1963/64 ein Wettbewerb zur Schaffung einer neuen Präsidentenkette ausgeschrieben wurde. Die Kette sollte sowohl der Präsident von Fest in Gold, als auch der Obermeister der Juwelier-, Gold- und Silberschmiedeinnung in Köln tragen können. Hubert Kaußen übernahm die Gesamtgestaltung der Kette. Die Zwischenglieder wurden von verschiedenen Goldschmiedemeistern hergestellt. Diese zeigen die Symbole des Goldschmiedehandwerks, sowie Motive der Kölner Geschichte. Die Kette stellt vom künstlerischen und handwerklichen Anspruch eine der bedeutendsten Leistungen des Kölner Goldschmiedehandwerks nach 1945 dar.

Das 25jährige Jubiläum 1973 bot Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Im Laufe der Jahre hatten sich 108 Werkstätten am Ordenswettbewerb beteiligt, in denen insgesamt 1030 Orden angefertig wurden. Um das Wirken der Goldschmiede einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, fanden zahlreiche kleinere Ausstellungen statt. Das Jubiläumsjahr von Fest in Gold fiel mit dem 150-jährigen Jubiläum des Festkomitees zusammen. In der großen Jubiläumsausstellung im Kölnischen Stadtmuseum war das Fest in Gold mit 30 Orden vertreten.

Schon 1967 zeigten sich allerdings auch erste Krisenzeichen, die jedoch nicht den Ordenswettbewerb, sondern die Karnevalssitzung betrafen. Die Finanzierung eines guten Bühnenprogrammes, sowie das Finden eines geeigneten Veranstaltungstermines bereiteten immer größere Schwierigkeiten. Man suchte einen starken Partner. Ab 1968 fand im Sartory die traditionelle Karnevalssitzung „Fest in Gold“ in Verbindung mit der Prunk- und Fremdensitzung der EhrenGarde im Sartory statt.

Nach Abschluss der Session 1977 trat Alois Wortmann nach beinahe dreißigjähriger Präsidentschaft aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der neue Präsident Fritz Keller organisierte von 1978 bis 1982 die „Fest in Gold“-Sitzung im Kolpinghaus in der St.Apern-Straße. Nach der Session 1982 musste auch dies aus Kostengründen aufgegeben werden.

Eine neue Form für Fest in Gold

Seit 1983

Hans Reiferscheid wird 1983 zum Präsidenten gewählt. In Zusammenarbeit mit Franz Heinrich Hartmann, dem Obermeister der Innung, erhielt das Fest in Gold eine neue Veranstaltungsform.

Statt einer Karnevalssitzung gab es nun einen Empfang in der Kölner Handwerkskammer am Heumarkt. Der Handwerkskammerpräsident Hans Langemann und Kreishandwerkermeister Wilhelm Oberwalleney hatten schon seit Jahren tagsüber in der Session zu einer Veranstaltung für Gäste aus Handwerk und Politk geladen. Es bot sich an, diesen Emfang mit dem Fest in Gold zu verbinden.

Eine Woche vor Karneval, immer am Freitagmorgen, treffen sich Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Handwerk, sowie Vertreter des Karnevals. Der Empfang bietet Gelegenheit zum zwanglosen Gedankenaustausch.

Erster Höhepunkt der Veranstaltung ist zum einen die Verleihung der Orden an ausgewählte Ehrengäste und Förderer des Goldschmiedehandwerks. Dabei wird die eigentliche Verleihung des Ordens immer von dem Lehrling vorgenommen, der den Orden selbst gefertig hat.

Zweiter Höhepunkt ist der Auftritt des Kölner Dreigestirns, das alljährlich dem Fest in Gold die Ehre gibt. Auch Prinz, Bauer und Jungfrau werden mit einem besonderen, vergoldeten Sessionorden ausgezeichnet.

Ein dauerhafter Partner für Fest in Gold

Seit 1983

Hans Reiferscheid als neuem Präsidenten von Fest in Gold gelang es gleich zu Beginn seiner Amtszeit 1983, in Zusammenarbeit mit Obermeister Hartmann, einen verläßlichen Partner für den Verein zu finden: Die Kreissparkasse Köln, unter ihrem damaligen Vorstandvorsitzenden Dr.Möhle.

Seit 1983 unterstützt die Kreissparkasse Köln das Fest in Gold finanziell und organisatorisch. Der jeweilige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse sitzt dafür in der Jury des Ordenswettbewerbes.

Die Jurierung der besten Orden findet nun in den Räumen des Handwerkskammer zu Köln statt. Der heutige Großsponsor ist die Signal-Iduna-Versicherung. Die prämierten Orden und die Preisträger werden alljährlich in der Guten Stube der Kreissparkasse geladenen Gästen vorgestellt.

Während der ganzen Session sind nun die Orden des Wettbewerbs in Vitrinen im Foyer der Kreisparkasse am Neumarkt ausgestellt. Täglich sehen so Tausende von Sparkassen-Kunden die Orden. Viele von ihnen haben auf diese Weise das erste Mal von Fest in Gold erfahren und werden überhaupt auf das Engagement des Goldschmiedehandwerks für seinen Nachwuchs aufmerksam.

Nach elf Amtjahren legte Hans Reiferschied 1994 sein Amt nieder und wurde zum Ehrenpäsidenten von Fest in Gold. Als Nachfolger wählte man Winfried Imhoff.

Fest in Gold im Karnevalsmuseum

1994 bis 2008

Winfried Imhoff leitete erstmals 1994 als neuer Präsident von Fest in Gold den Ordenswettbewerb. Schon seit fünfzehn Jahren arbeitete er im Vorstand mit und war bestens in das Thema eingeführt.

Er sorgte dafür, dass es neben dem Sessionsorden ab 1996 auch einen Damenorden aus Bronze gab. In ganz geringer Auflage gegossen, wird dieser Orden nur an ausgewählte Damen verliehen.

1998 konnte dann das große Jubiläum 50 Jahre Fest in Gold gefeiert werden. Mit Unterstützung der Kreissparkasse konnte ein umfassendes Jubiläumsbuch finanziert werden, welches von Reinold Louis verfasst wurde.

Die Verbindungen zum Festkomitee des Kölner Karnevals wurden nun noch enger. 1994 wurde Hans-Horst Engels Präsident des Festkomitees des Kölner Karnevals. Seine große Vision war ein eigenes Haus des Karnevals, in dem auch ein Karnevalsmuseum seinen Platz finden würde. Im geplanten Museum sollte dem Fest in Gold eine ständige und repräsentative Ausstellungsmöglichkeit gegeben werden.

Kaum war 1999 das Haus des Karnevals bezogen, zeigte Fest in Gold schon Initiative. Das Museum befand sich noch im Rohbau, da richtete man anläßlich der „Langen Nacht der Kölner Museen“ im November 2000 schon eine Ordensschau ein.

Nach der Eröffnung des Kölner Karnevalsmuseums 2005 kann nun jederzeit in der Dauerausstellung eine besondere „Schatzkammer“ besichtigt werden. In einer goldenen Kammer befindet sich eine regelmäßig wechselnde Auswahl von Orden aus nunmehr sechzig Jahren Fest in Gold.

2008 gab Winfried Imhoff sein Amt auf. Nachfolger wurde Frank Wallraf, der schon seit vielen Jahren die Entwicklung des Vereins aktiv begleitet hatte.

 

Die Förderer von Fest in Gold e.V.

Für gute Nachwuchsförderung braucht es starke Partner:

Handwerkskammer zu Köln

Kreissparkasse Köln

Signal Iduna Versicherungen

Kreishandwerkerschaft Köln

Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V.